„Both reactions made me feel like a strange museum piece or an exotic animal at the zoo“

Ich wurde in der letzten Woche viel darauf angesprochen, ob es sich seltsam anfühlt so viele intime Geschichten, Ereignisse, Gefühle und Erlebnisse mit (vermutlich vielen) mir fremden Menschen zu teilen. Ja, ist es. Ziemlich sehr sogar. Ich weiß nicht, ob ich hier für mich alleine schreibe, irgendwem damit helfe oder die meisten Menschen eher abschrecke sich über Monogamie hinaus mit Beziehungen auseinanderzusetzen.

Deswegen passt dieser wundervolle Artikel „How I figured out the rules of my three-way relationship“ von Jeff Leavell auf vice.com, den ich vorhin entdeckt habe gerade so gut.

Der Punkt ist nämlich, dass ich regelmäßig die Erfahrung mache, durch meine Beziehung als besonders interessant und exotisch zu gelten. Nicht nur da. Menschen scheinen das unnachgiebige Bedürfnis zu haben, sich mit mir sofort über meine Haltung zu Israel unterhalten zu wollen, ihre Position zu den Ereignissen in der Ukraine mit mir zu teilen oder ungefragt den Kommentar „das könnte ich ja nicht“ einzustreuen, wenn ich nebenbei erwähne, dass ich zwei Beziehungen führe. In dem einen Punkt scheinen sich all die unterschiedlichen Facetten meiner Identität zu begegnen: Sie weichen in irgend einer Form von der Norm ab. Ob ich nicht hier geboren bin, eine andere kulturelle Religionszugehörigkeit habe als die meisten Menschen in Deutschland oder schlichtweg keine monogame Heterobeziehung führe. Alles was von dem abweicht, was Menschen gewohnt sind zu empfinden oder um sich herum zu sehen, scheint Anlass genug sein, um Menschen wie Jeff und mich als Anschauungsobjekte im Zoo oder im Museum zu benutzen.

Nun kommt dieser Blog ins Spiel. Wenn ich sowieso immer und immer wieder aufs neue als ein Anschauungsobjekt gesehen werde, dann will ich zumindest selbstbestimmt darüber reden und schreiben können. Ja, ich werde hier viele persönliche Erfahrungen aus meinem Leben teilen und damit hoffentlich dazu beitragen, dass Menschen anderen Menschen (mich inklusive) weniger als aufregendes, spannendes Obst betrachten. Davon abgesehen hat es mir in beinahe allen Artikeln, Blogs und Beiträgen häufig an einer queeren Perspektive auf Polybeziehungen gefehlt. Und anstatt mich immer wieder nicht zu 100% mit der Perspektive identifizieren zu können, hab ich beschlossen selbst darüber zu schreiben.

 

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