polyplom

Von der täglichen Kunst polyamore Beziehungen zu führen

die Perspektive

Vor 20 Jahren konnte ich mir nicht vorstellen, wieso Menschen anfangen sollten zu rauchen. Heute rauche ich selbst. Vor 12 Jahren fand meine Mutter heraus, dass ich lesbisch bin, woraufhin sie mit ein Buch mit dem Titel „Was Mädchen wollen“ schenkte, um mir auf den einzigen zwei Seiten die sich auf Homosexualität bezogen, zu zeigen, dass das alles vermutlich nur eine Phase ist. Heute antwortet sie mit den Worten „Masel tov“ auf mein Poly Outing, und freut sich wenn ich glücklich bin. Vor 6 Jahren hatte ich Angst dem Vater meiner Partnerin zu begegnen. Heute fährt er mit der gesamten Poly Familie in den Urlaub und macht mich im Schach spielen fertig. Vor 5 Jahren war ich mir meiner jüdischen Identität nicht bewusst. Heute ist es großer und wichtiger Bestandteil meines Lebens. Vor 2 Jahren dachte ich, dass ich nicht mehrere Menschen gleichzeitig lieben könnte. Heute befinde ich mich in zwei Beziehungen gleichzeitig. Und bin sehr glücklich darüber.

Ich konnte mir bis vor zwei Jahren nicht vorstellen, dass ich in der Lage wäre, mehrere Menschen gleichzeitig zu lieben. Mehrere Beziehungen gleichzeitig zu führen. Nicht nur eine Partnerin zu haben und die einzige Partnerin zu sein. Dinge verändern sich und heute sieht es ganz anders aus.

Ich will mit euch meine Erfahrungen und Ängste, Sorgen und Unsicherheiten, Hoch- und Freudenphasen aus meinem alltäglichen Polyleben teilen. Ihr sollt wissen, dass ich zwei Beziehungen führe in denen eine meiner Partnerinnen ebenfalls eine weitere Partnerin hat. Alles in allem sind wir also zu viert in unserer kleinen Poly Familie. Ich schreibe aus der Perspektive einer queeren cis-frau mit jüdischer Migrationsgeschichte, dabei ist es auch wichtig zu erwähnen, dass die anderen in der kleinen Poly Familie z.B. von Sexismus und/oder Rassismus bzw. Antisemitismus betroffen sind und es auf diesem Blog nicht nur ausschließlich um Polyamorie gehen wird, sondern auch, wie andere Teile unserer Identität, unser polyamores Leben prägen.

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